KÜSTENDORSCHE

Das Angeln auf Dorsch vom Strand aus, funktioniert ähnlich wie das Meerforellenangeln: bekleidet mit einer Wathose, schleicht man ins Wasser und macht seine Würfe. Für mich gehört das Watangeln auf Meerforelle zu meinen Favoriten und somit steht auch das Spinnfischen auf Dorsch ziemlich weit vorne.

Wenn man es von Anfang an auf Dorsch abgesehen hat, freut man sich natürlich trotzdem über einen Meerforellen „Beifang“ - das steht mal außer Frage -, aber man geht die ganze Sache doch ein wenig anders an. So wie mein Angelkollege Sascha. Der hatte vorher noch nie auf Dorsch mit Wathose und Spinnangel geangelt und konnte gleich bei seinem ersten Versuch einige schöne Exemplare an Land ziehen. Das ist noch nicht alles: er hatte zudem das Glück, noch vor der Dämmerung, in der es dann auf Dorsch so richtig los geht, eine Meerforelle zu fangen.

Hat man einen hängerreichen Grund vor sich, kann man den Köder nicht auf Grund absinken lassen. Man muss also kontinuierlich einkurbeln und genau hier muss man das richtige Tempo finden. Dreht man zu langsam, sammelt der Köder Dreck ein und er läuft nicht mehr richtig. Auf Dorsch kurbelt man aber auch nicht so schnell wie auf Mefo. Die richtige Geschwindigkeit zu finden, um den Köder sehr knapp über Grund führen zu können…ich nenne es mal ihn „schleifen“ zu lassen, gilt es raus zu finden.

Hat man einen sandigen und hängerfreien Grund, kann die Führung variieren. Jetzt kann ich einfach mal den Köder zum Grund absinken lassen und dann weiter drehen, oft kommt genau dann auch der Biss. Dann gibt es noch die klassische Methode: „einfach nur Pilken“. Mit dem Unterschied, dass ich keinen Pilker als Köder habe, sondern einen Blinker. Dieser taumelt dann schön zum Grund. Zum Tackle sei gesagt, dass normales Meerforellentackle dafür auch geeignet ist, es sich aber besser macht, wenn man eine etwas stärkere Rute nimmt.

Ich zum Beispiel benutze dafür die Pezon & Michel Oceaner Azimuth 2.70m 15-50 gr.

Und eine 3000er Rolle. Bei mir ist es die Oceaner ZI FV mit einer geflochtenen Schnur mit einem Durchmesser von in etwa 0.13-0.15mm.

Man sollte nicht vergessen auf den letzten Meter ein Vorfach aus Fluorocarbon zu benutzen. Zum einen schützt es vor Abrieb an den Muscheln und Steinen und zum anderen ist es für die Fische einfach nicht so gut sichtbar.

Mit einer etwas härteren Rute kann ich zum einen schwerere Blinker benutzen um weiter raus zu kommen, denn oftmals stehen die Dorsche zumindest bis zur Dämmerung noch weiter draußen. Und zum anderen kann ich in hängerreichen Zonen den Dorsch besser vom Gewässergrund hochpumpen… Kann man das nämlich nicht, wird man den einen oder anderen Fisch möglicherweise zwischen den Steinen verlieren. Ich benutze hierfür normale Meerforellenblinker. In meinem Fall war es der Tease von Pezon & Michel, der zurzeit besonders gut in das Beuteschema der Dorsche passt.

Zu dieser Jahreszeit befinden sich hier nämlich die Heringe zum Laichen und das wissen natürlich auch die Dorsche und folgen den Heringen. Wenn dann langsam die Sonne untergeht, ist es nicht nur ein immer wieder schönes Naturschauspiel, es ist sozusagen auch der Startschuss für die Dorsche, denn dann kommen sie so richtig in Fahrt.

Es gibt Tage da ist jeder Wurf ein Treffer und auch wenn es dunkel geworden ist, braucht man nicht aufzuhören, die Dorsche beißen auch weiter, wenn man selber kaum noch was sehen kann.

Schnappt Euch eure Mefocombo, oder noch besser, legt Euch eine etwas härtere Kombo zu und versucht es mal gezielt auf Küstendorsche. Es macht nämlich extrem Laune wenn sie im küstennahen Flachwasser jagen und sich auf eure Köder stürzen!

In diesem Sinne wünsche ich Euch weiterhin

Tight Lines


Euer Christian Kitzki